«Engadin Skimarathon abgesagt». Hoppla! Der erste Dominostein war gefallen und ich war zum ersten Mal von den Auswirkungen des Coronavirus direkt betroffen. Die Enttäuschung über die Absage war gross, das Verständnis dafür ebenso. Rückblickend wäre ich froh, es wäre «nur» bei dieser einen Absage geblieben.
«Veranstaltungsverbot für Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen» hiess es nur einen Tag später aus Bern. Für meinen Arbeitgeber – die Messe Luzern AG – bedeutete das wiederum die Absage der AM Expo, der Fachmesse für die additive Fertigung. Die Aufbauarbeiten dafür waren schon in vollem Gange. Jetzt also auch berufliche Auswirkungen.
Von nun an übernahmen Unsicherheit und Ungewissheit. Nicht meine liebsten Gefühlszustände. Die unzähligen Liveticker und Sondersendungen trugen nur teilweise zur Beruhigung bei. Wo führt das noch hin?
Es führte Mitte März zur Empfehlung des Bundesrates: «Bleiben Sie zu Hause». Was einfach klingt, war bei viel Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen ganz und gar nicht einfach umzusetzen. Wie an den Bildern zu erkennen ist, habe ich mich auch nicht immer an die Empfehlung gehalten. Ich sah in dieser «ausserordentlichen Lage» die Möglichkeit, «einmalige Bilder» zu machen. So bin ich mit meiner Kamera aufgebrochen und war unterwegs: in Kriens, meinem Geburts- und Wohnort, bei Tag und bei Nacht in Luzern’s menschenleeren Gassen sowie zu bekannten und unbekannten Orten in der Zentralschweiz. Ich habe recherchiert, wo und wann, welche Veranstaltungen stattgefunden hätten. Am offiziellen Veranstaltungsdatum bin ich dorthin gefahren und habe die stille und verlassene Szenerie die sich mir präsentierte, festgehalten. «Social Distancing» konnte ich auf der Suche nach diesen einmaligen Bildern besser einhalten als beim Einkauf in den Gemüseabteilungen der Grossverteiler.
Entstanden ist – hoffentlich – tatsächlich ein einmaliger Bildband. Nicht weil ich das Gefühl hätte, die Bilder an sich seien einmalig. Einmalig weil ich – und Sie wohl auch – darauf hoffe, dass die «ausserordentliche Lage» auch als «einmalige Lage» in die Geschichte eingeht. Ich wünsche mir, dass dieser Bildband zu einem einmaligen besonderen Zeitdokument wird. Ein Bildband, der wir in ein paar Jahren mit Staunen betrachten und in uns Erinnerungen und Geschichten erwachen lässt an eine ausserordentliche Zeit.

Bliibed Sie gsond!


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